Riddes-Saxon-Charrat - auf dem linken Rhone-Ufer pflanzt man, je nach Marktbedarf und Subventionen, mal Reben, mal Aprikosen. Vor 1850 ist die Landwirtschaft auf die Hänge und Schuttkegel beschränkt. Dank der Ankunft der Eisenbahn und der Eindämmung der Rhone können die Rebflächen vergrössert werden. Bis zur Revolution vom 7. August 1953: Aufgebrachte Bauern verbrennen im Bahnhof Saxon Güterwagen, um gegen den Import von ausländischen Früchten zu demonstrieren. Sie können sich durchsetzten und erhalten vom Bund eine Zusicherung betreffend der Vermarktung ihrer Aprikosen. Wenig später, das heisst im Jahr 1959, bringt die Einführung des Rebkatasters, der eine Begrenzung der Rebflächen auf die besten Lagen anstrebt, die Bauern der Region Charrat-Riddes vom Weinbau ab. Innert zehn Jahren verschwinden die Rebberge zwischen Saxon und Riddes fast vollkommen zugunsten der Aprikosenbäume.
Zwei Drittel, ein Drittel
Die Aprikose bleibt jedoch nicht lange das Zugpferd der Region. Die Fluor-Emissionen der
Aluminiumwerke Martigny schaden den Früchten und vernichten ganze Ernten. Ab 1965
wenden sich die Bauern deshalb wieder den Reben zu. Sie sind resistenter und erleben,
dank des blühenden Weinmarkts, eine grosse Aufwertung. Bis zur ?oeberschusskrise von
1982, die zu einer Ernüchterung führt. Seitdem vergrössern sich beide Kulturen in
konstantem Verhältnis und in friedlichem Nebeneinander: ein Drittel Weinbau, zwei
Drittel Aprikosen.
Quelle: Histoire de la Vigne et du Vin, «Choisir entre la vigne et l'abricot: la région de Charrat-Saxon-Riddes» von Emmanuel Reynard, Viviane Bessero und Simon Martin, Geografen.
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