Supersaxo-Bibliothek, S. 109. "Die sechs Zeiten der Welt", Pergamentrolle aus dem 14. Jh.
Ein dem Ausmass des 19. Jahrhunderts organisierter Weinberg
Ab dem Jahr 1000 beglaubigen verschiedene Dokumente einen ausgedehnten und gut organisierten Weinbau. Der Rebberg besteht nicht aus ungleich verteilten Parzellen, sondern aus strukturierten und überwachten Gesamtheiten, wovon einige eingezäumt sind und über eine Kelter verfügen. Um 1300 deckt der Weinberg im oberen Rhonetal bereits eine ähnliche Fläche, wie man sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kennen wird. Die Pestepidemie, die das Wallis im Jahr 1350, heimsucht scheint den Weinbau nicht bedeutend zu beeinflussen.
Weinbau im Dienst der Gutsherren
Im Mittelalter sind die Gutsherren (der Adel und die religiösen Zentren) die eigentlichen Grundbesitzer, obwohl sie ihre Böden selten selber bearbeiten. Gegen die Bezahlung eines jährlichen Zehnts dürfen die Bauerfamilien die Rebberge der Gutsherren bewirtschaften. Der Weinbau integriert sich in eine Mischkultur, welche den Lebensunterhalt sichert. Der Wein wird als ein Nahrungsmittel betrachtet. Seine Produktion deckt im Wesentlichen die jährlichen Bedürfnisse der Familie, des Hauses oder des Ordens. Der Warenverkehr existiert praktisch nicht.
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